25.09.2026

HyGrid²: Erdgasleitungen werden bereit für Wasserstoff

HyGrid², ein kooperatives Forschungsprojekt in der Steiermark, zeigt, wie bestehende Erdgasleitungen so umgerüstet werden, dass sie künftig reinen Wasserstoff sicher transportieren. Das nutzt vorhandene Infrastruktur, spart Zeit und vermeidet zusätzliche Baustellen – ein konkreter Schritt hin zu einer klimafreundlichen Energieversorgung.

Wie das Projekt umgesetzt wird

Im Rahmen des Projekts wurde erstmals in Österreich eine reale Erdgasleitung zu einer Wasserstoff-Demonstrationspipeline umgewidmet. In Gabersdorf wurde die Leitung aus dem Netz entnommen, gründlich gereinigt (unter anderem mit einem speziellen Reinigungswerkzeug, dem Molch), geprüft und zu einer behördlich genehmigten Versuchsanlage verbunden. Dort wird sie unter realen Bedingungen mit Wasserstoff betrieben. Der Wasserstoff kommt über eine Zuleitung aus dem nahegelegenen Renewable Gasfield (Anlage zur Erzeugung erneuerbarer Gase). Nach dem Transport durch die umgewidmete Leitung wird er dem Erdgas mit bis zu 10 Prozent beigemischt und ins Netz eingespeist. Weil Erdgas in Österreich mit Geruchsstoffen versehen wird, untersucht HyGrid² mögliche Rückstände aus der früheren Nutzung. Eine integrierte Aufbereitung stellt sicher, dass der bereitgestellte Wasserstoff eine strenge Qualitätsstufe nach österreichischem Standard erreicht (ÖVGW H B100, Grade D).

Status und nächste Schritte

Die bisherigen Ergebnisse sind positiv: Die technischen Voraussetzungen sind geschaffen und behördlich bestätigt, die untersuchten Pipeline-Stähle zeigen eine hohe Eignung für den Wasserstofftransport, und Analyse- sowie Reinigungsverfahren sind für den Feldeinsatz vorbereitet. Das Projekt befindet sich im finalen Abschnitt: Im Fokus steht die Inbetriebnahme der Demonstratoranlage in Gabersdorf, um die Laborerkenntnisse unter Praxisbedingungen zu validieren. Die Resultate fließen in ein Handbuch, das Planung, Genehmigung und Umsetzung zukünftiger Umwidmungen erleichtern soll.

Rahmen und Partner

HyGrid² läuft 2022–2026 in Gabersdorf unter Leitung der Energienetze Steiermark. Gefördert aus Mitteln des Klima- und Energiefonds im Programm „Vorzeigeregion Energie“, abgewickelt durch die FFG. Partner: Bilfinger, ÖVGW, DBI, Materials Center Leoben, HyCentA, Montanuniversität Leoben, WIVA P&G. Mehr zum Projekt: HyGrid²