30.09.2026

TRACE: Wasserstoffqualität zuverlässig überwachen

Im Oktober 2026 startet das Forschungsprojekt TRACE – Tracking and Analytics for Reliable Hydrogen Corridors and Ecosystems. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Qualität von Wasserstoff von der Erzeugung bis zur Nutzung zuverlässig, kontinuierlich und möglichst kosteneffizient überwachen lässt.

Dafür werden verschiedene Sensoren und Messsysteme untersucht, unter praxisnahen Bedingungen erprobt und mit neuen Ansätzen zur Datenauswertung kombiniert. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch in die Weiterentwicklung des ÖVGW-Regelwerks für Wasserstoff einfließen.

Warum die Wasserstoffqualität wichtig ist

Wasserstoff muss je nach Anwendung bestimmte Anforderungen an seine Reinheit erfüllen. Das betrifft die gesamte Kette von der Erzeugung über Speicherung und Transport bis hin zur Nutzung, beispielsweise in der Industrie oder in Brennstoffzellen. Bereits geringe Mengen bestimmter Fremdstoffe können dazu führen, dass die erforderliche Qualität nicht mehr erreicht wird.

Eine verlässliche Qualitätskontrolle ist daher eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur. Bislang fehlt jedoch ein durchgängiger und zugleich wirtschaftlich praktikabler Prozess, mit dem sich die Wasserstoffqualität kontinuierlich überwachen lässt. Präzise Laboranalysen sind vergleichsweise aufwendig und können nur punktuell erfolgen. Bestehende Systeme zur laufenden Messung stoßen wiederum teilweise noch an technische oder wirtschaftliche Grenzen.

Sensoren und Messsysteme im Praxistest

Hier setzt TRACE an. Im ersten Schritt werden unterschiedliche Sensoren und Messsysteme darauf untersucht, wie zuverlässig sie für die Überwachung der Wasserstoffqualität eingesetzt werden können. Geeignete Komponenten werden anschließend zu einem gemeinsamen Mess- und Überwachungssystem zusammengeführt.

Getestet wird dieses System im EWest & HyWest Living Lab am Green Energy Center Europe. Dort kann eine Wasserstoffkette unter praxisnahen Bedingungen abgebildet werden: von der Erzeugung durch Elektrolyse über Reinigung und Speicherung bis hin zu Kompression und Abgabe. Langzeitmessungen sollen zeigen, wie zuverlässig die eingesetzte Messtechnik auch im laufenden Betrieb funktioniert.

Ergänzend werden Wasserstoffproben im Labor untersucht. Die Ergebnisse dieser Analysen werden mit den laufend erhobenen Messdaten und Informationen zum jeweiligen Anlagenbetrieb verknüpft. Dadurch soll unter anderem besser bestimmt werden können, wann zusätzliche Laboruntersuchungen tatsächlich erforderlich sind.

Grundlage für einheitliche Standards

An TRACE sind FEN Research, HyCentA Research, V&F Analyse- und Messtechnik, Amium und die ÖVGW beteiligt. Damit verbindet das Projekt Kompetenzen aus Wasserstoffforschung, Messtechnik, Anlagenintegration und technischer Regelsetzung.

Für die ÖVGW sollen die Forschungsergebnisse wissenschaftliche Grundlagen für einen einheitlichen Prozess zur Qualitätssicherung liefern. Die Erkenntnisse sollen in die Weiterentwicklung des österreichischen Wasserstoff-Regelwerks einfließen und damit dazu beitragen, klare technische Anforderungen für die künftige Wasserstoffinfrastruktur zu schaffen.