22.06.2026

Grüner Wasserstoff für die Industrie

Energie Steiermark und Wolfram investieren in H2-Hub

Die Energie Steiermark und die Wolfram Bergbau und Hütten AG haben am 12. Juni den Vertrag für ein gemeinsames Wasserstoffprojekt unterzeichnet. Im Herbst 2026 soll in Bergla in der Weststeiermark mit dem Bau einer 5-Megawatt-Elektrolyseanlage begonnen werden. Ab 2027 soll die Anlage jährlich rund 750 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren.

Der für die Wasserstofferzeugung benötigte Strom stammt überwiegend aus den neu errichteten Windparks der Energie Steiermark im Bezirk Deutschlandsberg. Zudem ist geplant, die Elektrolyseanlage künftig an die europäischen Wasserstoff-Pipelines anzubinden.

Eine rund einen Kilometer lange Leitung wird den Produktionsstandort in Bergla direkt mit dem Industriegebiet rund um St. Martin verbinden. Dort betreibt die Wolfram Bergbau und Hütten AG ein Werk, in dem der Grüne Wasserstoff bei der Herstellung von Wolframpulver eingesetzt werden soll. Dieser industrielle Rohstoff wird für Produkte benötigt, die extremen Temperaturen, hoher mechanischer Belastung oder starkem Verschleiß standhalten müssen.

Für die Wolfram Bergbau und Hütten AG ist die gesicherte Verfügbarkeit von Grünem Wasserstoff ein wichtiger Bestandteil ihrer Dekarbonisierungsstrategie. „Die langfristige Versorgung mit Grünem Wasserstoff ist ein entscheidender Hebel, um die Emissionen in unseren Kernprozessen zu reduzieren“, betonte der Vorstandsvorsitzende David Goulbourne. Dies sei ein zentraler Schritt auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen bis 2050.

Energie Steiermark plant weitere H2-Partnerschaften

Auch die Energie Steiermark betrachtet das Projekt als wichtigen Meilenstein ihrer Wasserstoffstrategie. „Mit der Pilotanlage in Gabersdorf und der Gründung einer eigenen Wasserstoffgesellschaft im vergangenen Jahr haben wir erste wichtige Schritte unternommen“, erklären die Vorstände Martin Graf und Werner Ressi. „Mit dem H2-Hub setzen wir nun ein konkretes Kooperationsprojekt mit einem wichtigen Industrieunternehmen um. Wir wollen die dabei gewonnenen Erfahrungen als Basis für weitere Partnerschaften im Bereich Wasserstoff nutzen.“

Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus unterstützt das Vorhaben und fördert es in den kommenden zehn Jahren mit bis zu 28,5 Millionen Euro. Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer bezeichnet die Investition als zukunftsweisend: „Österreich soll ein führender Standort für die Produktion und Anwendung von grünem Wasserstoff werden. Wer heute in diese Schlüsseltechnologie investiert, sichert Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit von morgen.“

Resümee

Das Projekt in der Weststeiermark ist ein weiteres konkretes Beispiel dafür, wie sich die Produktion von grünem Wasserstoff mit industriellen Anwendungen verknüpfen lässt. Gleichzeitig leistet es einen Beitrag zur Umsetzung der österreichischen Wasserstoffstrategie, die den Aufbau einer Elektrolyseleistung von einem Gigawatt im Inland bis 2030 vorsieht. Der H2-Hub verbindet erneuerbare Stromerzeugung, Wasserstoffproduktion und industrielle Nutzung an einem Standort und zeigt somit, wie der schrittweise Aufbau einer heimischen Wasserstoffwirtschaft gelingen kann.

(v.l.n.r): Martin Graf (Vorstand Energie Steiermark), Wolfgang Hattmannsdorfer (Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus), Werner Ressi (Vorstand Energie Steiermark), David Goulbourne (Vorstandsvorsitzender Wolfram), Manuela Khom (Landeshauptmann-Stellvertreterin), Andreas Raffelsberger (Vorstand Wolfram)
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