08.01.2026

H2EU+Store: Großes Potenzial für Grünen Wasserstoff aus der Westukraine

Für die österreichischen industriellen Wirtschaftsstandorte wird der Zugang zu kostengünstigem Grünem Wasserstoff künftig von großer Bedeutung sein. Neben Nordafrika ist auch die Ukraine ein vielversprechendes Herkunftsgebiet für diesen Wasserstoff.

Anfang Dezember hat die internationale Industriepartnerschaft H2EU+Store (siehe Infografik) die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zu diesem Vorhaben bekannt gegeben. Demnach kann Grüner Wasserstoff, der den RFNBO-Kriterien (Renewable Fuels of Non-Biological Origin) der EU entspricht, in der Westukraine in großem Maßstab zu wettbewerbsfähigen Preisen produziert und über die bestehende Infrastruktur nach Mitteleuropa transportiert werden.

Somit könnte die Westukraine als östliche Nachbarregion der EU eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung des Ost-Import-Korridors des „European Hydrogen Backbone” einnehmen. Dadurch würde die Region zu einem strategisch wichtigen Standort und zu einem wesentlichen Bestandteil der Energiewende des europäischen Energiesystems werden.

Eine schematische Darstellung des potenziellen Ost-Importkorridors.
RAG Austria

Zentrale Ergebnisse der Studie

  • Erhebliche Produktionskapazitäten: Die Westukraine, insbesondere die Regionen Lwiw und Iwano-Frankiwsk, verfügt über bedeutende Wind- und PV-Ressourcen und liegt strategisch günstig. Damit zählt die Region zu den aussichtsreichsten Standorten für den Ausbau der Grünen Wasserstoffproduktion.
  • Wirtschaftlicher Pipeline-Transport: Wasserstoff lässt sich über das bestehende ukrainische Leitungsnetz kostengünstig bis nach Österreich und Süddeutschland transportieren. Diese Infrastruktur könnte ein zentraler Bestandteil des EU-Ost-Importkorridors werden.
  • Hohe Nachfrage: Großskalige Projekte erfordern gesicherte Abnahme. Die Industrieregionen Linz und ChemDelta Bavaria bieten dafür langfristig hohes Bedarfspotenzial.

Ebenfalls bekannt gegeben wurde, dass mit der technischen Planung eines ersten Wasserstoffproduktionsprojekts für den Export nach Österreich und Süddeutschland begonnen wurde. „Das Projekt verfügt bereits über eine Landfläche in der Oblast Lwiw, sodass mit der Umsetzung gestartet werden kann. In einem ersten Schritt ist eine jährliche Produktion von ca. 9.000 Tonnen Grünem Wasserstoff geplant“, führte Tatjana Weilert, Project Director Business Development bei H2EU+Store, aus.

Die durchgeführte Machbarkeitsstudie bildet somit die Grundlage für die nächste Projektphase, in der Wasserstoff-Produktionskapazitäten in der Westukraine aufgebaut und die Ukraine in den Ost-Korridor des European Hydrogen Backbone eingebunden werden sollen. Damit wird ein wichtiger Schritt für den Markthochlauf von Wasserstoff gesetzt.

Über H2EU+Store

H2EU+Store ist eine internationale Partnerschaft führender Energieunternehmen. Zu den Initiatoren zählen RAG Austria und Eco-Optima, zu den weiteren Projektmitgliedern Bayerngas, bayernets, Eustream, Gas Connect Austria, MND, NAFTA und Open Grid Europe. Die Partner haben sich zum Ziel gesetzt, den Markthochlauf von Grünem Wasserstoff in Europa zu beschleunigen.