24.04.2026

Kelag eröffnet Kärntens erste H2-Produktion für den Nahverkehr

Die Kelag hat am 11. April auf dem Gelände der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV) in Arnoldstein eine Elektrolyseanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff offiziell eröffnet. Die KRV ist ein gemeinsames Unternehmen der Kelag und der Kärntner Entsorgungsvermittlungs GmbH.

Die Wasserstoffanlage wurde im Rahmen des Projekts „DeCarB – Decarbonising Carinthian Bus Transport“, einer Initiative des Landes Kärnten, errichtet.

Im Rahmen der Eröffnung betonte Energie- und Verkehrslandesrat Sebastian Schuschnig die Bedeutung des Projekts. „Mit der Elektrolyseanlage wird aus einer Vision Realität. Kärnten produziert ab sofort grünen Wasserstoff aus regionaler, erneuerbarer Energie – und wird damit Österreichs erste Wasserstoff-Busflotte im Regionalverkehr versorgen. Die Eröffnung ist ein wesentlicher Schritt bei der Umsetzung der Kärntner Wasserstoffstrategie und zeigt das Potenzial einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft für den heimischen Standort“, so Schuschnig. Kärnten zähle damit zu den Vorreitern bei der Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs und positioniere sich weiter als ein wichtiger Innovationsstandort für Wasserstofftechnologie“.

Grüner Treibstoff aus der Region für Villach

Mit einer Leistung von bis zu 3 MW erzeugt die Anlage ab Mai 2026 emissionsfreien Wasserstoff. Von dieser insgesamt verfügbaren Leistung wird in etwa 1 MW direkt für die Versorgung der neuen Wasserstoffbus-Flotte eingesetzt, während die verbleibenden 2 MW zur Versorgungssicherheit sowie für zukünftige weitere Anwendungen im Mobilitäts- und Industriesektor bereitstehen. Für den Aufbau der Anlage und der dazugehörigen Infrastruktur hat die Kelag rund 16 Millionen Euro investiert.

„Wir sind stolz darauf, im Vollbetrieb jährlich rund 140 Tonnen grünen Wasserstoff zu erzeugen. Damit können wir 36 Postbus‑Fahrzeuge mit einer täglichen Reichweite von bis zu 500 Kilometern im Regionalverkehr von Villach versorgen. In der finalen Ausbaustufe können wir die Produktion sogar auf bis zu 400 Tonnen pro Jahr erhöhen. Besonders hervorzuheben ist die zeitliche Effizienz: Ein Betankungsvorgang dauert nur acht Minuten“, erklärt Kelag Vorstand Danny Güthlein. Der erzeugte Wasserstoff wird in Druckflaschen von Arnoldstein nach Villach transportiert, wo die H2-Busse betankt werden.

Zwei Anlagen sichern zuverlässigen Betrieb

Kelag‑Vorstand Reinhard Draxler hebt die Vorkehrungen für Versorgungssicherheit hervor und betont, dass hier auf ein vollständig doppelt ausgelegtes Anlagensystem gesetzt wird: „Zwei parallele Erzeugungslinien sichern die kontinuierliche Produktion und gewährleisten eine zuverlässige Lieferung“.

Lokale Wertschöpfung

Reinhard Antolitsch, Bürgermeister der Marktgemeinde Arnoldstein, zeigt sich erfreut, dass mit der neuen Kelag-Wasserstoffanlage auch konkrete regionale Wertschöpfung verbunden wird: „Mit der Inbetriebnahme der Kelag-Wasserstoffanlage in unserer Marktgemeinde Arnoldstein, wird eine weitere zukunftsweisende Maßnahme zum Thema Klima- und Umweltschutz realisiert. Für Investitionen in eine enkeltaugliche Zukunft haben wir immer ein offenes Ohr. Zusätzlich wird auch für unsere Gemeinde eine Wertschöpfung generiert, zumal das heimische Unternehmen, die Firma Maurer, den Transport des Wasserstoffs übernommen hat.“

Europäische Benchmark: Realisierung in Rekordzeit

Die Kelag realisierte die Anlage in einem im europäischen Vergleich äußerst schnellen Tempo: Zwischen der gewerberechtlichen Genehmigung im Jänner 2025 und der ersten Wasserstoffproduktion im Februar 2026 lagen lediglich 13 Monate.

Eröffnung der Kelag-Wasserstoffanlage am Standort der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV) in Arnoldstein gemeinsam mit den Partnern am Projekt: v.l.n.r.: Adrian Plessin, Leiter der Regierungsabteilung 7, Kelag-Vorstand Reinhard Draxler, Landesrat Sebastian Schuschnig, Kelag-Vorstand Danny Güthlein, Günther Albel, Geschäftsführer der Kärntner Entsorgungsvermittlungs GmbH (KEV), Bürgermeister Reinhard Antolitsch, Vorstände der Österreichischen Postbus AG Alfred Loidl und Roman Krebs, Kelag-Projektleiter Christian Wallner.
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