Am 24. und 25. Juni 2026 wurde das Messezentrum Salzburg zum Branchentreffpunkt der österreichischen Gas- und Wasserwirtschaft. 901 Besucherinnen und Besucher informierten sich über Entwicklungen, Technologien und Forschungsprojekte und nutzten zwei intensive Tage für fachlichen Dialog und neue Kontakte. Den Auftakt des gesamten Programms gestaltete die Soziologin und Zukunftsforscherin Christiane Varga mit dem Festvortrag „KI und der Blick in die Zukunft – Welche Möglichkeiten entstehen für die Gas- und Wasserbranche?“.
Kongress: Impulse aus Praxis, Forschung und Regulierung
Die Gasvorträge spannten den Bogen von Innovationen im Gasnetzbau und im Betrieb über Praxisberichte aus Umsetzungsprojekten zu Grünem Gas bis hin zu aktuellen Forschungsergebnissen für die Energiewende. Die Beiträge ordneten technische, regulatorische und strategische Fragen ein und zeigten, wie Projekte vom Konzept in die Anwendung geführt werden können. Eine besondere Auszeichnung erhielt Stefanie Nägele: Sie wurde mit dem ÖVGW Studienpreis Gas 2026 für ihre „Techno-ökonomische Analyse zur Erweiterung der Gasinfrastruktur um Wasserstoff am Beispiel Alpenrheintal“ geehrt. Im Bereich Trinkwasserversorgung prägten Digitalisierung, Versorgungssicherheit und Ressourcenmanagement die Diskussionen.
Ein Schwerpunkt des Kongresses war der Ausbau des technischen Regelwerks der ÖVGW für Biomethan und Wasserstoff. Dieses Regelwerk legt die technischen Anforderungen und organisatorischen Vorgaben für Errichtung, Betrieb und Organisation von Wasserstoffleitungen und -anlagen fest und bildet den technischen Ordnungsrahmen für sichere Planung, Genehmigung, Bau und Betrieb der künftigen Infrastruktur in Österreich. Das Wasserstoff-Regelwerk umfasst aktuell elf Richtlinien und wird laufend erweitert; ergänzend sichern Zertifizierungen und Schulungen Qualität und Kompetenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Fachlich gilt: Das bestehende Gasnetz ist für Biomethan bereits heute geeignet, für Wasserstoff sind gezielte Adaptierungen erforderlich. Damit der Hochlauf Grüner Gase rasch gelingt, braucht es einen klaren Rechtsrahmen mit dem Erneuerbare Gase Gesetz und der Verankerung von Wasserstoff im Gaswirtschaftsgesetz. Zusätzlich sollte das von der Branche erarbeitete budgetneutrale Finanzierungsmodell für den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur gesetzlich abgesichert werden.
Fachmesse: Schaufenster für Innovation und Vernetzung
Parallel zum Kongress zeigte die Fachmesse auf über 1.265 Quadratmetern mit 76 Ausstellern aus dem In- und Ausland die Breite aktueller Lösungen – von digitaler Messtechnik und intelligenten Steuerungssystemen über nachhaltige Netzkomponenten bis hin zu emissionsarmen Technologien. Der Besuch der Messe war mit einer kostenfreien Tageskarte möglich, was den niederschwelligen Zugang zusätzlich stärkte. Im ÖVGW Garten vermittelten Wasserstoffexperimente aus dem Projekt Chemie on Tour wissenschaftliche Inhalte praxisnah und anschaulich.end für eine effiziente Transformation. Exkursionen gaben zusätzliche Einblicke in die regionale Infrastruktur, darunter der Untergrundgasspeicher Haidach, der Trinkwasser Hochbehälter Kapuzinerberg und das Laufwasserkraftwerk Sohlstufe Lehen.
Danksagung
Als Sponsoren trugen die Salzburg AG sowie die Firmen im Gasfach (FIGA) und die Firmen im Wasserfach (FIWA) zum Gelingen des ÖVGW Kongresses und der Fachmesse Gas Wasser 2026 bei. Danke für die Unterstützung der Veranstaltung.