Bei der Aufbereitung von Rohbiogas zu Biomethan wird CO₂ abgeschieden. Wie dieses Treibhausgas sinnvoll weitergenutzt werden kann, zeigt die Biomethananlage St. Margarethen am Moos im niederösterreichischen Bezirk Bruck an der Leitha.
Ein kleiner Teil der jährlich anfallenden rund 8.000 Tonnen CO₂ wird im gasförmigen Zustand an ein großes Glashaus in der Nähe geliefert. Dort unterstützt das CO₂ – wie auch die aus der Biomethananlage gelieferte Wärme – das Wachstum der produzierten Paradeiser.
Verflüssigung von CO2
Der größte Teil des CO₂ wird gereinigt, komprimiert und bei minus 60 °C verflüssigt. Anschließend fließt das flüssige CO₂ in zwei isolierte Lagertanks mit je 50 m³ Fassungsvermögen. Bisher wurde das flüssige CO₂ dauerhaft in Abbruchbetongranulat gebunden. Dabei reagiert es chemisch und wird als Kalkstein in den Poren und an der Oberfläche des Granulats gebunden. Pro Tonne Abbruchbeton können 10 kg CO₂ gespeichert werden. Eine Anlage kann in einer Stunde das leisten, wofür 50 Bäume ein Jahr benötigen.
Trockeneis zur Kühlung
Nun gibt es jedoch einen zusätzlichen Verwertungsweg für das bei der Aufbereitung anfallende CO₂: die Erzeugung von Trockeneis. Die Gas & Technik FREISINGER GmbH & Co. KG hat in Margarethen am Moos (Niederösterreich) einen neuen Produktionsstandort für Trockeneis errichtet. Die nun in Betrieb genommene Anlage zählt zu den größten ihrer Art in Österreich.
Da das flüssige CO₂ vor Ort verfügbar ist, entfällt der Transport durch einen Tankwagen. So ist man beim Bezug von CO₂ weniger abhängig von anderen Industriegaskonzernen und dem Risiko von Lieferverzögerungen.
Zu den Abnehmern des unter der Bezeichnung „MaM” vertriebenen Trockeneises aus Margarethen am Moos zählen unter anderem Unternehmen, die Lebensmittel oder pharmazeutische Produkte vertreiben. Darüber hinaus liegt die Anlage in der Nähe des Flughafens Wien-Schwechat. Für den Versand von Kühlgut per Luftfracht wird dort Trockeneis benötigt. Kundinnen und Kunden haben auch die Möglichkeit, das Trockeneis direkt von der Anlage abzuholen.
Weitere Verwertungswege
Neben der Verflüssigung und dem Verkauf von CO₂, das bei der Biogasaufbereitung anfällt, gibt es weitere Verwertungsmöglichkeiten. Eine vielversprechende Möglichkeit ist die katalytische Methanisierung von erneuerbarem Wasserstoff. Dabei werden CO₂ und Wasserstoff zu Methan und Wasserdampf umgewandelt. Dieser Vorgang erfolgt bei Temperaturen zwischen 300 und 500 °C sowie bei Druckverhältnissen zwischen 5 und 15 bar. Darüber hinaus wird an Verfahren geforscht, um CO₂ als Rohstoff für erneuerbare Produkte, etwa Methanol oder synthetische Kraftstoffe, zu nutzen.
Die Beispiele aus St. Margarethen am Moos zeigen, dass bei der Biomethanaufbereitung sowohl das erzeugte Biomethan als auch das abgeschiedene CO₂ einen wirtschaftlichen Wert haben können. Die Vermarktung bzw. Nutzung des abgeschiedenen CO₂ kann zusätzliche Erlöse generieren und somit die Wirtschaftlichkeit der Biomethanerzeugung steigern.