26.06.2026

Umfrage: Zwei von drei Österreichern wollen mehr Gas aus Österreich

Die Österreicherinnen und Österreicher haben eine klare Präferenz: weniger Importgas, mehr Gas aus Österreich. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung, die das Innsbrucker Meinungsforschungsinstitut INSA Austria GmbH im April unter 1.000 Personen durchgeführt hat.

Die Zahlen sprechen für sich

  • 66 Prozent wollen den Ausbau der heimischen Gasversorgung.
  • 56 Prozent befürworten mehr Biogas im österreichischen Gasnetz.
  • Nur 17 Prozent lehnen mehr Gas aus Österreich ab; 14 Prozent konnten und 3 Prozent wollten keine Antwort geben.
  • Mit dem Alter steigt die Zustimmung: Drei Viertel der über 60-Jährigen und 74 Prozent der 50–59-Jährigen befürworten heimisches Gas. (Erdgas, Biomethan und Wasserstoff)
  • Politisch breite Zustimmung – mit einer Ausnahme: In der Wähler:innengruppe der Grünen unterstützen 35 Prozent eine stärkere Unabhängigkeit von Gasimporten.

Hintergrund: Importabhängigkeit heute

Österreichs Inlandsproduktion deckte 2024 nur rund 8 Prozent des Gasverbrauchs – 2002 waren es noch 23 Prozent, 2013 immerhin 18 Prozent. Der Hauptanteil wird heute über Pipelines aus Deutschland und zunehmend aus Italien importiert; das Gas stammt unter anderem aus den USA und Norwegen. Bis Ende 2024 war Russland Hauptlieferant.

Die hohe Zustimmung für mehr heimisches Gas in der Umfrage spiegelt den Wunsch nach größerer Versorgungssicherheit und weniger Abhängigkeit von internationalen Märkten wider.

Grünes Gas als klimafreundliche Alternative

Biomethan aus Rest- und Abfallstoffen und Wasserstoff bieten die Möglichkeit, Gasversorgung mit Klimaschutz zu verbinden. Sie können dort eingesetzt werden, wo rein elektrische Lösungen an Grenzen stoßen – in Industrieprozessen, bei Spitzenlasten, im Schwerverkehr und als gesicherte Leistung.

Investitionen in heimische Produktion, Netzintegration und Zertifizierung schaffen zudem Arbeitsplätze und halten Know-how im Land.

Das Potenzial von Biomethan

Derzeit deckt Biogas weniger als 1 Prozent des nationalen Gasbedarfs. Laut Verband Kompost und Biogas ist mittelfristig ein realistisches Potenzial von rund 20 TWh Biomethan pro Jahr erreichbar – genug, um alle Gashaushalte in Österreich zu versorgen.

Die Umfrage zeigt: Eine klare Mehrheit von 56 Prozent befürwortet die vermehrte Nutzung von Biogas. Die etwas schwächere Zustimmung im Vergleich zur allgemeinen Frage nach heimischem Gas liegt vor allem an mangelndem Wissen über die Biomethaneinspeisung bei rund einem Viertel der Befragten.

Welche Rahmenbedingungen es braucht

Um das Potenzial von Grünem Gas zu heben, sind mehrere Voraussetzungen notwendig:

  • Rechtliche Grundlagen: Das Erneuerbare-Gase-Gesetz (EGG) soll verlässliche Rahmenbedingungen für Einspeisung, Anreize und Herkunftsnachweise schaffen.
  • Ausbauziele: Verbindliche Ziele bis 2030 und 2035 sowie standardisierte Verfahren für die Netzanbindung würden Planungssicherheit für Investoren schaffen.
  • Systemintegration: Die Kopplung von Power-to-Gas-Anlagen mit dem Stromsystem sowie gesicherte Nachfrage durch öffentliche Beschaffung und langfristige Abnahmeverträge könnten den Markthochlauf beschleunigen.

Die Umfrageergebnisse zeigen: Österreich wünscht sich mehr Eigenständigkeit bei der Gasversorgung. Mit dem Ausbau von Biomethan und Wasserstoff ließen sich Versorgungssicherheit, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung verbinden.

Quellenhinweis

Repräsentative Befragung INSA Austria GmbH im Auftrag des Fachverbands Gas Wärme (FGW); Feldzeit: April 2026; n = 1.000. OTS-Aussendung des FGW vom 29.05.2026.